Gasbeschaffung für Mehrfamilienhäuser: der Gas-Rahmenvertrag für den Bestand
Heizgas ist in den meisten Mehrfamilienhäusern der größte Energieposten. Wer mehrere Liegenschaften betreut, kann den Einkauf bündeln, statt jede Lieferstelle einzeln zu verhandeln.
Heizgas ist meist der größte Energieposten im Mehrfamilienhaus. In einem Gas-Rahmenvertrag werden die Lieferstellen mehrerer Gebäude gebündelt und der Wechsel läuft rollierend, also nacheinander zum jeweiligen Vertragsende. Realistische Verbräuche ermitteln Sie aus der Jahresrechnung, nicht aus dem Energieausweis. Öko-Heizgas ist optional und kann den Vermieteranteil der CO2-Kosten senken, ohne den Mietertarif zu verändern.
Warum ist Heizgas der größte Hebel im Bestand?
In den meisten Mehrfamilienhäusern entfällt der größte Teil der Energiekosten auf das Heizgas. Genau deshalb lohnt es sich, hier zuerst anzusetzen. Wer mehrere Gebäude verwaltet, verhandelt mit der gebündelten Menge auf Augenhöhe, statt für jede einzelne Lieferstelle separate Konditionen abzustimmen. Die Bündelung erfolgt in einem Rahmenvertrag, der Wechsel der einzelnen Lieferstellen läuft rollierend - also nacheinander, jeweils zum auslaufenden Vertrag.
Welche Verbräuche sind realistisch?
Für eine belastbare Planung zählt der tatsächliche Verbrauch aus der Jahresrechnung, nicht der theoretische Wert aus dem Energieausweis. Als grobe Orientierung dienen die Heizspiegel-Richtwerte für Erdgas, bezogen auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung:
Heizgas-Richtwerte je Wohnung und Jahr (Erdgas, 70 m²)
| niedrig (sparsam) | ca. 4.270 kWh/Jahr (61 kWh/m²) |
| Durchschnitt | ca. 7.980 kWh/Jahr (114 kWh/m²) |
| erhöht | ab ca. 12.950 kWh/Jahr (185 kWh/m²) |
| Datenquelle | Heizspiegel 2025; belastbar bleibt die Jahresrechnung |
Welche Rolle spielt Öko-Heizgas?
Öko-Heizgas auf Biogas-Basis ist optional. Es kann über das Stufenmodell des CO2KostAufG (§ 5 i. V. m. Anlage) ein Gebäude rechnerisch in eine niedrigere Stufe verschieben und so den Vermieteranteil an den CO2-Kosten senken - konditional, je nach Ausgangslage, in der Größenordnung von rund EUR 280 pro Gebäude und Jahr. Für die Mieter entstehen dadurch keine Mehrkosten; ihr Tarif bleibt unverändert auf Grundversorger-Niveau.
Häufige Fragen
Brauche ich für jedes Gebäude einen eigenen Vertrag?
Nein. Im Rahmenvertrag werden die Lieferstellen mehrerer Gebäude gebündelt. Der Wechsel läuft rollierend, also nacheinander zum jeweiligen Vertragsende der einzelnen Lieferstellen.
Welche Verbrauchsdaten brauche ich für eine Einschätzung?
Den tatsächlichen Verbrauch aus der Jahresrechnung. Der Energieausweis bildet einen theoretischen Wert ab und eignet sich nicht für die Beschaffung.
Ändert Öko-Heizgas etwas für die Mieter?
Nein. Öko-Heizgas kann konditional den Vermieteranteil der CO2-Kosten senken. Für die Mieter entstehen keine Mehrkosten, der Tarif bleibt auf Grundversorger-Niveau.
Quelle: Heizgas-Richtwerte nach Heizspiegel für Deutschland 2025 (co2online gGmbH mit dem Deutschen Mieterbund e. V., gefördert vom BMWK; Datenbasis rund 90.000 Gebäude, Abrechnungsjahr 2024), bezogen auf eine 70-m²-Wohnung.
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