Strom- & Gasverbrauch im Mehrfamilienhaus: Richtwerte
Richtwerte für Allgemeinstrom und Heizgas helfen bei der ersten Einordnung - die belastbare Grundlage bleibt aber immer die Jahresrechnung.
Richtwerte geben eine erste Orientierung: Allgemeinstrom liegt bei rund 250 bis 335 kWh pro Wohneinheit und Jahr (für das ganze Gebäude hochzurechnen), Heizgas je nach energetischem Zustand zwischen ca. 4.270 (sparsam) und über 12.950 kWh (erhöht) pro 70-m²-Wohnung und Jahr. Belastbar wird der tatsächliche Verbrauch aber nur aus der Jahresrechnung, nicht aus dem Energieausweis.
Welche Richtwerte gelten im Mehrfamilienhaus?
Die folgende Tabelle fasst typische Orientierungswerte für Allgemeinstrom und Heizgas zusammen. Sie ersetzen keine objektgenaue Auswertung, helfen aber bei der ersten Einordnung eines Gebäudes oder eines Portfolios. Gerade bei Heizgas streuen die Werte stark, weil Baualter, Dämmstandard und Effizienzklasse den Verbrauch deutlich prägen.
Richtwerte für MFH
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Allgemeinstrom | ca. 250-335 kWh/WE/Jahr (Bremer Energie Institut) |
| Heizgas niedrig (Erdgas, 70 m²) | ca. 4.270 kWh/Jahr (61 kWh/m²) |
| Heizgas Durchschnitt | ca. 7.980 kWh/Jahr (114 kWh/m²) |
| Heizgas erhöht | ab ca. 12.950 kWh/Jahr (185 kWh/m²) |
Warum nicht der Energieausweis?
Der Energieausweis bildet einen normierten Bedarf oder einen Durchschnitt ab - je nach Ausweistyp rechnerisch ermittelt oder über Vergangenheitswerte gemittelt. Der reale Verbrauch eines konkreten Objekts ergibt sich aber erst aus der tatsächlichen Jahresrechnung des Versorgers. Nutzerverhalten, Leerstand, Witterung und tatsächliche Heizgewohnheiten lassen sich aus dem Ausweis nicht ablesen, weshalb er für die Einordnung einzelner Lieferstellen nur begrenzt taugt.
Wofür brauche ich die Richtwerte?
Richtwerte helfen, Verbräuche grob einzuordnen und Auffälligkeiten zu erkennen - etwa wenn der Allgemeinstrom deutlich über dem Erfahrungswert liegt. Sie eignen sich für die schnelle Plausibilitätsprüfung, ersetzen aber keine objektgenaue Datenbasis. Für die Vermittlung selbst ist immer die Jahresrechnung die belastbare Grundlage, weil nur sie die tatsächlich abgenommene Energiemenge und die reale Vertragssituation abbildet.
Wozu nutzt CLEOenergy die Verbrauchsdaten?
CLEOenergy legt der Vermittlung ausschließlich die Jahresrechnung jedes Objekts zugrunde, nicht den Energieausweis und nicht pauschale Richtwerte. So entsteht ein realistisches Bild des gesamten Portfolios, das die Bündelung und die Vermittlung an einen passenden Versorger trägt. Eine etwaige Provision fließt an die Verwaltung und/oder den Eigentümer beziehungsweise die WEG, immer bezogen auf das gesamte Portfolio; ihre Höhe hängt von Portfoliogröße und weiteren Faktoren ab. Die Richtwerte dienen lediglich der ersten Orientierung im Vorfeld.
Häufige Fragen
Sind Richtwerte für die Vermittlung ausreichend?
Nein, belastbar ist nur die Jahresrechnung des jeweiligen Objekts - die CLEOenergy der Vermittlung zugrunde legt.
Warum schwanken die Heizgas-Richtwerte so stark?
Weil der energetische Zustand den Verbrauch maßgeblich bestimmt: Von ca. 4.270 kWh/Jahr (sparsam) bis über 12.950 kWh/Jahr (erhöht) je 70-m²-Wohnung liegt rund der Faktor drei.
Kann ich den Energieausweis ersatzweise verwenden?
Für eine grobe Einordnung ja, für die Vermittlung nein. Der Ausweis zeigt einen normierten Wert, nicht den realen Objektverbrauch.
Quellen: Heizgas-Richtwerte nach Heizspiegel für Deutschland 2025 (co2online gGmbH mit dem Deutschen Mieterbund e. V., gefördert vom BMWK; Datenbasis rund 90.000 Gebäude, Abrechnungsjahr 2024), bezogen auf eine 70-m²-Wohnung. Allgemeinstrom-Richtwert nach Bremer Energie Institut, „Allgemeinstrom in Wohngebäuden" (2009): 250 bis 335 kWh je Wohneinheit und Jahr.
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